Brasilien-Cooperative-Haltern e.V.
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Mesnchenrechtszentrum

Bischof Dom Adriano Hypóilto

Von 1987 bis 1999 unterstützten wir den Bau eines Menschenrechtszentrums in Nova Iguaçu. Diese Stadt hat mittlerweile über eine Millionen Einwohner und liegt in der Baixada Fluminense, der industriellen Vorstadt von Rio de Janeiro. Dom Adriano Hypólito wurde Ende der 60er Jahr zum Bischof von Nova Iguaçu ernannt und blieb hier 28 Jahre lang tätig. Die Gründung und der Bau des Menschenrechtszentrums gehen auf seine Initiative zurück. Zeit seines Lebens hat er sich für die Entrechteten und Unterdrückten in Brasilien eingesetzt. Weil er die extremen Auswüchse des Kapitalismus und die damit verbundende soziale Ausgrenzung der Armen beim Namen nannte, wurde er für die herrschenden Eliten zunehmend unbequemer. Sein Leben wurde mehrfach bedroht, sein Altar in die Luft gesprengt, 1976 wurde er entführt, mit Farbe übergossen und als roter  Bischof  tituliert. 

Frei Luíz

Frei Luíz - ebenfalls Franziskaner - arbeitete über 30 Jahre an der Seite von Bischof Dom Adriano. Er koordinierte die meisten der sozialen Aktivitäten in der Diözese. Weil er exzellent Deutsch sprach, war Luíz auch Ansprechpartner für die vielen Gemeinden und Gruppen in Deutschland, die die Arbeit von Dom Adriano unterstützten.

 

Beim Aufbau des Menchenrechtszentrums war er die "rechte Hand" des Bischofs. Er hat uns viel über die Gewalt und die unzulängliche und untätige Justiz in Brasilien berichtet.  Die meisten Morde werden nicht aufgeklärt, weil die Polizei häufig selber darin verwickelt ist. Die Täter sind fast immer bekannt, aber sie werden nicht angeklagt oder die Verfahren verlaufen im Sande. Das Menschenrechtszentrum trägt mit seiner Arbeit dazu bei, Fälle aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

 

Der Friedhof von Nova Iguaçu: Hunderte namenlose Kreuze, nur durchnummeriert. Und davor bereits ausgehobene Gräber für die nächsten Opfer. An der Größe der Gräber erkennt man, dass es Kinder sind, die hier annonym "verscharrt" werden. Todes-schwadronen machen Jagd auf Strassenkinder, die als Abschaum der Gesellschaft gelten. Für weltweites Aufsehen sorgte das Candelária-Massaker 1993 an einer Gruppe Strassenkindern in Rio de Janeiro.

Im Menschenrechtszentrum beraten mehrere Rechtsanwälte die Opfer in allen Rechtsfragen kostenlos und vertreten diese gegebenenfalls auch vor Gericht. Zudem werden Gewaltverbrechen dokumentiert. Es stehen Räume für Versammlungen zur Verfügung und alle Initiativen, die die Menschen in ihrem Engagement für mehr Gerechtigkeit unterstützen, werden gefördert. Heute wird das Zentrum von Pater Roy, einem Priester aus Haiti, geleitet.

Von links nach rechts: Pater Roy, Frei Luíz und Lisa Bonberg-Koch

Frei Luíz mit Thomas Borgs bei der Grundstücksbesichtigung für den Bau des Menschenrechtszentrums

Lisa, Pater Heribert Kloos und Frei Luíz auf dem Kinderfriedhof

 

 

 

 

 

 

 

 

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