Luíz Antonio de Oliveira, Projektleiter des CEASM, berichtet über die Polizei-Operation, die im Oktober vergangenen Jahres in unmittelbarer Nähe des Projektes stattfand:

Am 28. Oktober 2025 fand die sogenannte Operation „Eindämmung“ statt, ein Polizeieinsatz in Rio de Janeiro, der 121 Todesfälle zur Folge hatte. Über 2.500 Beamte der Zivil- und Militärpolizisten waren beteiligt und gingen in den Stadtteilen Complexo Alemão und Penha brutal gegen die Drogenhändler und auch Zivilisten vor.

Der Tag war geprägt von den Auswirkungen dieses Polizeieinsatzes an strategischen Punkten der Stadt, mit der Sperrung wichtiger Straßen wie der Linha Amarela und Linha Vermelha und der Unterbrechung des Verkehrs sogar in Stadtteilen, die weit von der Operation entfernt liegen. Die unsichere Stimmung führte dazu, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nach Hause schickten, was dazu führte, dass große Menschenmengen den öffentlichen Nahverkehr gleichzeitig nutzen wollten.

Im Complexo Alemão und in Penha herrschte den ganzen Tag über Angst und Beklommenheit aufgrund der Schießereien und Hausdurchsuchungen durch die Polizei. An diesem Tag wurden 64 Tote gezählt, vier von ihnen waren Polizisten. Als jedoch Bewohner von Penha in den Wald von Vacaria in der Serra da Misericórdia vordrangen, wurden weitere Dutzende von Leichen gefunden, die von der Polizei nicht gemeldet worden waren. Am Folgetag wurden sie nach und nach auf dem Praça São Lucas aufgereiht, was bei Angehörigen und Freunden Panik auslöste und zu großer Empörung in der Zivilgesellschaft führte. Von den zunächst offiziell gemeldeten 64 Toten stieg die Zahl danach auf 121. Die Anzahl der Toten macht diese Operation zur tödlichsten Polizeimaßnahme in der Geschichte Brasiliens, die sogar das Massaker von Carandiru übertrifft. 

Es folgten weitere Verstöße wie bspw. die Behinderung unabhängiger forensischer Untersuchungen der Leichen, die die Hypothesen von Folter und Mord an unbeteiligten Menschen bestätigen sollte. Organisationen verurteilten das Massaker bei Gremien wie der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, den Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten.

Das größte Massaker durch die Polizei in der Geschichte Brasiliens wirkt noch nach, während der Kongress neue Gesetze zur öffentlichen Sicherheit prüft und der Oberste Bundesgerichtshof (STF) Erklärungen und Nachweise der Rechtmäßigkeit von der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro verlangt.

 

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