Turma do Flau 
Recife

Die Turma do Flau ist ein Verein in Recife, der von Schwester Aurieta und weiteren Aktivisten Anfang der 80er Jahre gegründet wurde.

 

Brasília Teimosa ist ein Armenviertel am Rand der Millionenstadt Recife. Etwa 15.000 Menschen leben hier auf engstem Raum. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der bekannte Touristen-Strand Boa Viagem. Viele Kinder aus der Favela verkaufen seit Jahrzehnten Wassereis (Flau), um mit den Einnahmen ihre Familien zu unterstützen. In den 80er Jahren wurde mit Unterstützung von Pater Beda eine Eismaschine und eine Truhe angeschafft. Nach und nach wurde die Hilfe ausgeweitet. Sehr wichtig waren und sind regelmäßige Gespräche mit den Eltern; vielen ist nicht klar, wie wichtig der Schulbesuch ist. Aber mit diesem Ansatz wurde es sehr schnell geschafft, dass niemand mehr die Schule schwänzte. An der Turma do Flau nehmen mittlerweile jedes Jahr etwa 60 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 16 Jahren teil. Alle haben einheitliche T-Shirts, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.
 

 

 

 

 

Das Wassereis ist nur der Aufhänger, um die Kinder zu einer Gemeinschaft zusammen zu bringen. Aurieta und ihre beiden Kolleginnen Graça und Denise (Bild unten) versorgen sie täglich mit einer warmen Mahlzeit, es gibt Unterricht am Computer, gemeinsame Spiele und Ausflüge und vieles anderes mehr. In der Turma do Flau zu sein, ist für diese Kinder wie ein Traum. Sie kommen alle aus sehr armen Familien, einige von ihnen lebten in der Anfangszeit noch auf der Straße. Das oberste Ziel ist es, den Kindern den Zugang zur Bildung zu ermöglichen und sie während der Schulzeit zu begleiten, dass sie nicht abbrechen.

Schwester Aurieta ist schon seit über 50 Jahren in Brasília Teimosa tätig. Sie kennt dort fast jede Familie und hilft, wo sie kann. 

Recife gehört zu den gefährlichsten Städten weltweit, die Kriminalität ist vor allem in den Elendsvierteln sehr hoch. Jugendliche werden von Milizen oder Drogenkommandos angeheuert oder geraten zwischen die Fronten der rivalisierenden Drogenbanden. Nicht selten landen sie als Minderjährige im Gefängnis. Die Polizei steht in Brasilien nicht selten auf der falschen Seite des Gesetzes. Zu den Aufgaben von Aurieta, Denise und Graça gehört es deshalb auch, Kinder im Gefängnis zu besuchen, sich um deren Eltern zu kümmern und auch mit Richtern und Anwälten zu verhandeln, um unschuldig eingesperrte Minderjährige wieder frei zubekommen. 

Zwei alte Fundstücke aus den 80er Jahren, als wir Aurieta kennenlernten:

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.