Centro de Direitos Humanos
Von 1987 bis 1999 unterstützten wir den Bau eines Menschenrechtszentrums in Nova Iguaçu, einer Millionenstadt nahe Rio de Janeiro. Das Centro Direito ist bis heute im Betrieb.
Dom Adriano Hypólito wurde Ende der 60er Jahr zum Bischof von Nova Iguaçu ernannt und blieb 28 Jahre lang in dieser Diözese tätig. Die Gründung und der Bau des Menschenrechtszentrums gehen auf seine Initiative zurück. Zeit seines Lebens hat er sich für die Entrechteten und Unterdrückten in Brasilien eingesetzt. Weil er die extremen Auswüchse des Kapitalismus und die damit verbundene soziale Ausgrenzung der Armen beim Namen nannte, wurde er für die herrschenden Eliten zunehmend unbequemer. Sein Leben wurde mehrfach bedroht, sein Altar in die Luft gesprengt, 1976 wurde er entführt, mit Farbe übergossen und als roter Bischof tituliert.
In einer 13-minütigen Dokumentation "15 Jahre Diözese Dom Adriano" wird das Leben und Wirken dieses außergewöhnlichen Bischofs sehr schön beschrieben. Deutsche Untertitel lassen sich über die Einstellungen auswählen.



Der Friedhof von Nova Iguaçu 1982: Hunderte namenlose Kreuze, nur durchnummeriert. Und davor bereits ausgehobene Gräber für die nächsten Opfer. An der Größe der Gräber erkennt man, dass es Kinder sind, die hier annonym "verscharrt" wurden. Todesschwadronen machten Jagd auf Straßenkinder, die als Abschaum der Gesellschaft gelten. Für weltweites Aufsehen sorgte das Candelária-Massaker 1993 an einer Gruppe Straßenkindern in Rio de Janeiro.


Die meisten Morde werden nicht aufgeklärt, weil die Polizei häufig selbst darin verwickelt ist. Im Menschenrechtszentrum beraten mehrere Rechtsanwälte die Opfer in allen Rechtsfragen kostenlos und vertreten diese gegebenenfalls auch vor Gericht. Zudem werden Gewaltverbrechen dokumentiert. Es stehen Räume für Versammlungen zur Verfügung und alle Initiativen, die die Menschen in ihrem Engagement für mehr Gerechtigkeit unterstützen, werden gefördert.
