Brasilien-Cooperative-Haltern e.V.
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Das internationale Hilfswerk Emaús

Abbé Pierre

Emaús ist nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich entstanden. Hunderttausende obdachlose Menschen benötigten Kleidung, Essen und ein Dach über dem Kopf. Der Dominikanerpater Abbé Pierre (1929-2007) rief aus der Nachkriegsnot heraus 1949 eine Lumpensammlerbewegung ins Leben. Heute ist Emaús eine der größten Wohltätigkeitsorgani-sationen in Frankreich, ihr Gründer Abbé Pierre gehörte bis zu seinem Tod im Jahre 2007 zu den beliebtesten Persönlichkeiten in seinem Land.

Mittlerweile ist Emaús auf vier Kontinenten vertreten, es gibt etwa 400 Emaús-Kommunitäten in fast 50 Ländern. Allein in Südamerika lassen sich über 30 Emaús-Gründungen zählen. 

 

Ein Mitstreiter und Freund von Abbé Pierre, der 2017 im Alter von 96 Jahren verstorbene Henri Le Boursicaud, brachte Emaús nach Brasilien. Er gründete im Jahre 1986 in Cachoeira (São Paulo) die erste Emaús-Kommunität. Wenige Jahre später kam Padre Henrique, wie er in Brasilien genannt wurde, in den Nordosten. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Airton Barreto legte er den Grundstein für eine erste Emaús-Gründung in einer der größten Favelas Brasiliens, in Pirambú in Fortaleza.

Airton und Henri Le Bourscaud

Die drei Eckpfeiler der Emaús-Philosophie

Jede einzelne Emaús-Gruppe ist ein eigener, unabhängiger Verein. Das Ziel aller Gruppen ist die Armutsbekämpfung, die Wege dorthin sind sehr unterschiedlich. Nach den Grundsätzen der Emaús-Philosophie soll zunächst unmittelbar denen geholfen werden, die am meisten leiden. Nach dem Krieg war es das millionenfache Elend in vielen französischen Städten. Heute sind es vor allem die Menschen in den Elendsvierteln, die unter extremer Armut leiden. Die Emaús-Gründungen in Brasilien gehen fast alle auf Initiative von sozial engagierten Menschen aus einer Favela zurück.

Ein weiterer, wichtiger Eckpfeiler der Emaús-Philosophie ist es, gegen die Ursachen des Elends zu kämpfen und an dem langfristigen Ziel besserer Lebensbedingungen für alle Menschen mitzuwirken. Und schließlich war dem Gründer Abbé Pierre auch die Solidarität der Gruppen untereinander ein wichtiges Anliegen. Der dritte Eckpfeiler ist der, dass die bereits gut etablierten Emaús-Kommunitäten neuen Emaús-Gründungen in der Anfangsphase oder bei Schwierigkeiten unterstützend beistehen.

Abbé Pierre sagte einmal: "Das Himmelreich ist dann gekommen, wenn der Mensch es nicht mehr ertragen kann, Unrecht zu sehen und ohne die anderen glücklich zu sein." Da dieser Zustand noch in weiter Ferne scheint, hat die Emaús-Philosophie auch nach über 60 Jahren nichts an Aktualität verloren.

 

 

 

 

 

 

 

 

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