Brasilien-Cooperative-Haltern e.V.
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Emaús Novos Alagados

Emaús ist eine weltweit tätige Hilfsorganisation, die nach dem 2. Weltkrieg in Frankreich als Lumpensammlerbewegung gegründet wurde. Heute gibt es allein in Südamerika über 20 Emaús-Gruppen. Am Aufbau der ersten Gruppe im Nordosten Brasiliens - Emaús Amor e Justiça - hat unser Verein maßgeblich mitgewirkt.

Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Die Ober- und Mittelschicht in Brasilien hat ein anderes Konsumverhalten als die ärmere Bevölkerungsschicht und ersetzt Kleidung, Möbel, Haushalts-geräte, Fernseher und vieles andere häufig durch Neuanschaffungen, ohne dass diese Sachen wirklich auf oder kaputt sind. Nach telefonischer Absprache holt Emaús diese Dinge als Schenkungen in den besseren Stadtvierteln ab. In den projekteigenen Werkstätten werden sie ausgebessert bzw. repariert und danach in dem sogenannten Basar als Second-Hand-Waren verkauft. Was für die Reichen eine Entsorgung ist, ist für die Armen eine Versorgung mit Gütern zu günstigen Preisen. 

In den Werkstätten werden Computer, Fernseher und Haushaltsgeräte repariert
Der Bazar, in dem jeden Samstag der Verkauf stattfindet

Mit dem Erlös dieser Verkäufe werden soziale Projekte in der Favela unterstützt. Hierzu muss man wissen, dass sich die Verantwortlichen von Emaús Alagados schon seit über 40 Jahren in ihrem Stadtteil engagieren. In den 80er Jahren erreichten sie, dass die Pfahl-Favelas saniert wurden. Mit internationaler Hilfe wurden Kindergärten, Schulen und Krankenstationen gebaut (siehe mehr unter Rückblick / Geschichte des Vereins).  

Der Cluberé

In den 80er Jahren wurde der Cluberé erbaut, ein Jugendzentrum, das zum Anlaufpunkt für alle Kinder und Jugendlichen in Novos Alagados geworden ist. Und das nicht nur, weil es dort ein ordentliches Mittagessen gibt. Der Cluberé steht den Jugendlichen für Nachhilfe, Sport, Tanz, Musik- und Capoeira-Unterricht zur Verfügung. Es gibt auch außerhalb der Schulzeiten eine durchgehende pädagogische Betreuung. Dies ist sehr wichtig, denn durch diese Angebote werden den Jugendlichen Möglichkeiten geboten, sich sinnvoll und kreativ zu beschäftigen. Hierdurch wird ein äußerst wichtiger Beitrag geleistet, um sie vor dem Abrutschen in Kriminalität, Drogenkonsum und Prostitution zu bewahren.

Die Brasilien-Cooperative unterstützt den Cluberé seit 2011 und förderte zunächst einen Teil der zahlreichen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche wie bspw. Capoeira-, Musik-, Tanz-, Nachhilfe-, Fußball und anderen Sportunterricht. 

Nachhilfeunterricht
Capoeira
Musikunterricht
Theatergruppe
Fussballtraining
Merenda (Schulmahlzeit)

In den letzten zwei Jahren wurde der Cluberé sehr gründlich renoviert. In Phase I im Jahre 2018 haben Freunde von uns unter professioneller Anleitung das Untergeschoss des Cluberé neu angestrichen. Einige Wände mussten neu verputzt werden und alle Räume wurden in unterschiedlichen Farben gestrichen. Hierbei konnten die Kinder die Farben mit auswählen. Lediglich die Farbe und den Profi-Maler mussten wir bezahlen, alles andere war ehrenamtliche Arbeit.

 

Bilder vor und während der Renovierungsarbeiten von Phase I:

Phase II war etwas aufwendiger. Tauben hatten das Obergeschoss vor einigen Jahren in Beschlag genommen und alles total verdreckt. Da diese auch Überträger von Infektionskrankheiten sind, konnten die oberen Räume nicht mehr genutzt werden. Hier musste sehr grundsätzlich renoviert werden: das Dach wurde ausgebessert und taubendicht gemacht, ein fehlendes Geländer angebracht, in einigen Räumen wurden neue Stromleitungen verlegt und schließlich wurden auch diese Räume neu gestrichen, so daß der gesamte Cluberé heute in neuem Glanze erstrahlt.  

 

Bilder vor und nach der Renovierung im Obergeschoss (Phase II):

Und nachdem das Obergeschoss nun frisch renoviert ist, kann auch das bereits begonnene Ausbildungsprojekt in adäquaten Räumlichkeiten stattfinden. Dieses Projekt hatten wir im Jahr 2014/2015 gemeinsam mit dem LAZ begonnen. Durch BMZ-Mittel (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit) gefördert konnte Emaús zunächst die Werkstätten ausbauen, einen Kleintransporter anschaffen und schließlich mit der Ausbildung von Jugendlichen beginnen. Der praktische Teil findet in den Werkstätten von Emaús statt, der theoretische Teil jetzt in den renovierten Räumen des Cluberé.

Frau Schäber, Konsulin in Salvador, bei der Einweihung der Werkstätten 2015

Computerunterricht in den neuen Räumlichkeiten des Cluberé

 

 

Kinderkrippe São José Operário

Gegenüber des Cluberé befindet sich die Kinderkrippe São José Operário, die ebenfalls bereits Anfang der 80er Jahre gegründet wurde. Es sind insgesamt 60 Kinder eingeschrieben sind, die sich auf zwei Gruppen verteilen: eine Kindergartengruppe mit Kindern von 2 bis 5 Jahren und eine weitere Vorschulgruppe mit 5 bis 6-jährigen Kindern. Beide Gruppen werden von 5 Erzieherinnen jeweils 8 Stunden am Tag betreut. Wie im Cluberé gibt es auch hier mittags eine sogenannte "merenda", also eine Schulspeisung. Die Kinderkrippe wird maßgeblich durch den Verein Campo Limpo aus Puchheim unterstützt.  

 

Escola Popular

Die Schulen in der Favela gelten als "escolas comunitárias". Sie gelten als Privatschulen, wobei Vereine wie die Associação Primeiro de Maio als Träger fungieren. Die Escola Popular stammt aus der Gründerzeit des Vereins. Hier werden 60 Kinder im Vorschulalter für 4 Stunden am Tag betreut. 

Bildergalerie

 

 

 

 

 

 

 

 

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