Brasilien-Cooperative-Haltern e.V.
Brasilien-Cooperative-Haltern e.V.

BILDER UND INFOS ZUR HILFSKAMPAGNE CESTA BÁSICA

02.04.2021

Heute ist Jorge Santos Paixão im Alter von 67 Jahren an Covid verstorben. Jorge zog 1984 gemeinsam mit seiner Familie nach Novos Alagados und hat dort zunächst als Bäcker, später in der Verteilung von Gasflaschen (Brasilgas) gearbeitet. Er hat viel für die comunidade getan und war dort, wo er gebraucht wurde. Vielen Bewohnern von Novos Alagados hat er während der großen Sanierung der Favela Ende der 80er Jahre bei der Reform ihrer Hütten geholfen. Auch in dem Trägerverein der sozialen Projekte Cluberê und Kinderkrippe, der Associação Primeiro de Maio, hat er sich engagiert, wann immer es ihm möglich war. Jorge ist am Karfreitag gestorben und hinterläßt seine Frau, 5 Kinder und 6 Enkelkinder. Seine älteste Tochter Joelma ist seit 2 Jahren Präsidentin des Vereins Primeiro de Maio.  

     Jorge Paixão

30.03.2021

Soeben wurde eine weitere Kampagne gestartet. Hilfspakete bestehend aus Lebensmitteln und Hygieneartikeln werden an die Comunidade verteilt, um die schlimmste Not zu lindern. 

27.03.2021

Auch bei unseren Projektpartnern von Emaús in Salvador gibt es inzwischen die ersten Fälle von Corona, in einer der Familien ist der Vater einer Mitarbeiterin schwer erkrankt. Von Emaús Amor e Justica in Fortaleza - dieses Projekt hat unsere Brasilien-Cooperative vor 25 Jahren mit aufgebaut - ist der Sohn der Vorsitzenden in der letzten Woche an Covid verstorben. Solange die Arbeit in den Sozialprojekten ruht, helfen wir unseren Partnern vor Ort zu überleben. Außerdem werden wir die Verteilung von Hilfspakten für die bedürftigen Bewohner der Favela Novos Alagados wieder aufnehmen. 

Corona führt uns die zunehmende Ungleichheit und Ungerechtigkeit dieser Welt immer deutlicher vor Augen. Der ärmere Teil der Menschheit ist durch Corona doppelt benachteiligt, weil er sich nicht richtig vor dem Virus schützen kann und wirschaftlich ungleich härter getroffen wird. Viele haben ihre Beschäftigung verloren und kaum Reserven, um monatelang ihre Familien durchzubringen. Es wird Jahrzehnte dauern, bis diese Menschen wieder dort ankommen, wo sie vor der Pandemie waren. Die 1.000 reichsten Menschen hingegen hatten einer OXFAM-Studie zufolge schon nach nur neun Monaten ihre coronabedingten Verluste wieder wettgemacht. 

27.02.2021

Die sozialen Einrichtungen unserer Projektpartner sind seit dem lockdown im letzten Jahr geschlossen. Der Bazar mit dem Second-Hand-Verkauf, der die Creche und den Cluberê finanziert, läuft sehr schleppend. Zudem wird die Abholung von Sachen immer schwieriger. Und zu allem Überfluss hat sich am Wochenende auch noch einer aus dem Team angesteckt, so daß jetzt alle Mitarbeiter für 10 Tage in Quarantäne gehen.

November 2020

Seit Anfang November schon sind unsere Projektpartner wieder dabei, Lebensmittel- und Hygienepakete an hilfebedürftige Familien zu verteilen. Die Fallzahlen in Brasilien steigen, und der Staat hat die finanziellen Hilfen eingestellt. 

14.08.2020 Weitere Verteilung der Cestas Básicas 

Schon im Juni hatte Emaús die Hilfsaktion auf die benachbarte Favela Fazenda Grande aus-geweitet, eine der größten Favelas in Salvador

Auch dieses Altenheim in Fazenda Grande hat Cestas bekommen. Es überlebt nur dank privater Spenden

10.08.2020 Aktion für Mesa Brasil

Emaús wird des Öfteren auch von anderen Vereinen gebeten, Spenden zu verteilen

Hier eine Spende von "Mesa Brasil", eine ähn-liche Einrichtung wie die Tafeln in Deutschland

01.-4.08.2020

Um Tumulte zu vermeiden, werden die Cestas Básicas normalerweise in den Sozialprojekten von Emaús abgeholt. Aber es gibt auch viele ältere und kranke Menschen, die die schweren Pakete nicht abholen können. In diesen Fällen werden die Lebensmittel- und Hygienepakete auch ausgeliefert. 

Das sind Irací und Eiris, beide 71 Jahre alt. Er hatte im letzten Jahr einen Schlaganfall, von dem er sich langsam erholt. Irací und Eiris sind zwar geschieden, trotzdem kümmert sich Irací rührend um ihren Ex-Mann. Außerdem leben noch ihre Kinder und Enkelkinder mit im Haus.

 

Die Pandemie hat zu einer größeren Solidarität und Hilfsbereitschaft untereinander geführt.   

Nachbarschaftshilfe wird wieder groß geschrie-ben. Rechts im Bild ist Jéssica mit ihrem 12-jährigen Sohn, der seit der Geburt behindert ist. Daneben hat sie noch zwei jüngere Töchter. Ihr Mann ist seit der Pandemie arbeitslos. Allein für die Miete, Medikamente und Windeln muss sie jeden Monat 600 Reais zahlen, das sind umge-rechnet 100,- Euro. Ohne die Hilfskampagne wüßte sie nicht, wie sie über die Runden kommen sollte.    

24.07.2020 Abholung in der Kindertagesstätte

Die Verteilung der Cesta Básica braucht viele Hände. Alle Erzieherinnen aus den sozialen Projekten helfen mit

 

Einen Tag vorher bekommen die bedürftigen Familien entsprechende Gutscheine, die dann am Tag der Abholung vorgezeigt werden müssen. 

Die Empfänger der Hilfspakete sind unglaublich dankbar für diese Unterstützung; viele von ihnen haben Tränen in den Augen, wenn sie die Pakete in Empfang nehmen

Und auch die Freude der Kinder ist groß, die Pakete enthalten hochwertige Lebensmittel

  

23.07.2020 Abholung der Césta Basica im Cluberê

Vor jeder Verteilung erläutert Jerri, wie wichtig das regelmäßige Händewaschen und das Tragen eines Mundschutzes ist.

Margarida (links) und Geraldo (rechts) bei der Verteilung der Lebensmittelpakete.

 

17.07.2020 Vorbereitung der nächsten Verteilung 

Bernd Kemper hilft beim Entladen der Hilfspakete

Die Zahl der Corona-Fälle in den Favelas nimmt weiterhin stark zu. Deshalb geht unsere Verteilung der Lebensmittel- und Hygienepakete weiter. Es sind jedes Mal mehr Familien, die versorgt werden müssen.

Mitte Juli konnten wir zum ersten Mal selbst mithelfen und die Aktion Césta Básica begleiten. Es ist eine enorme logistische Leistung, die unsere Projektpartner vollbringen. Neben den Mitarbeitern von Emaús helfen auch die Erzieherinnen aus den sozialen Projekten (Creche, Escola Popular und Cluberê) mit. 

24.06.2020 Joice Kelly de Carvalho

Kelly ist 30 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und fünf Kindern in Novos Alagados. Mit ihrem sechsten Kind ist sie schwanger. Ihr Mann fährt ein Moto-Taxi und mit dem wenigen Geld müssen Miete, Essen und Benzin bezahlt werden. Drei ihrer Kinder sind in den sozialen Projekten der Associacao (Cluberê und Kindergarten). An dem Tag, als Emaús mit der Hilfsaktion Cesta Básica begann, hatten sie mittags schon nicht einmal mehr genug zu essen. Die ganze Familie war sehr bewegt und ist überaus dankbar für diese Hilfe.

18.06.2020 Ausweitung der Hilfe auf eine benachbarte Favela

Die Hilfskampagne wurde jetzt auch auf die benachbarte Favela Fazenda Grande ausgedehnt, in der es bereits viele Corona-Fälle gibt. Die zugesagten Gelder vom Staat kommen nur schleppend oder gar nicht an. Brasilien hat eine unglaubliche Bürokratie. Die Companheiros von Emaús helfen schnell und unkompliziert. 

In der Favela Fazenda Grande gibt es bereits zahlreiche Corona-Fälle

Hier haben wir 50 Familien mit den Hilfspaketen versorgt

 

11.06.2020 Viele Einzelschicksale  

Das ist José Siselandro Santos. Er ist 60 Jahre alt und lebt in Novos Alagados. Er ist gelernter Maurer und überlebt normalerweise dank kleinerer Aufträge, die er in der Favela und auch außerhalb bekommt. Aufgrund des Lockdowns hat er jetzt keinerlei Einkommen.

 
Vor zwei Wochen ist er zu allem Unglück auch noch eine Treppe hinunter gefallen und hat mehrere Frakturen. Jetzt kann er nicht einmal mehr Gelegenheitsjobs ausführen. Wie fast alle in der Favela hat auch José keine Krankenversicherung.

 

Er wird durch die Aktion Cesta Básica mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt. Alles was er bekommt, teilt er mit seiner geschiedenen Frau.

 

Für Menschen wie José ist die Hilfsaktion überlebenswichtig.

 

 

Artikel Kirche Leben 1.6.2020.pdf
PDF-Dokument [296.2 KB]

25.05.2020 Unsere Hilfskampagne läuft weiter

Die im April begonnene Verteilung von Lebensmittel- und Hygienepaketen läuft weiter. Die bislang verteilten Cesta-Básica-Pakete waren für 14 Tage ausgelegt. Aber der Lockdown in allen Stadtteilen Salvadors ist weiter in Kraft. Viele Familien haben inzwischen mehr Angst an Hunger zu sterben als sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Deshalb geht die Versorgung weiter und die bedürftigen Familien werden auch nach 14 Tagen nicht im Stich gelassen. 

04.05.2020 Verteilung der Hilfspakete im vollen Gange

Es ist fast unglaublich, aber wir haben Spenden für weit über 1.000 Familien bekommen, denen wir mit unserer Aktion Cesta Básica helfen können. Schon jetzt ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die hierbei mitgemacht haben oder noch mitmachen. 

Die Aktion ist eine ziemliche logistische Herausforderung. Nach der Beschaffung und Lagerung der Hilfspakete bekamen alle Helfer eine Unterweisung in Sachen Hygiene, Einhaltung von Abstandsregeln und anderes mehr. Dann waren mehrere Teams unterwegs, um bei allen bedürftigen Familien zunächst Berechtigungsscheine zu verteilen. So wurden Tumulte vermieden, die bei einer direkten und unmittelbaren Verteilung der Pakete in den Hütten unweigerlich ausgebrochen wären. Am Folgetag nach der Verteilung der Zettel konnten die Bewohner dann ihre abholen.  

Die Lagerung der Hilfspakete im Emaús-Zentrum

Unterweisung der Hilfsteams

Das wichtigste Kriterium ist die Bedürftigkeit der Familien. Das Emaús-Team und vor allem auch die Erzieherinnen der Schule und des Kindergartens wissen sehr genau, wie es in den einzelnen Familien aussieht. Es wurden zunächst Listen mit den bedürftigsten Familien erstellt. Am Anfang unserer Kampagne war noch nicht klar, dass wir Spenden für soviele Familien bekommen würden.

Eine erste Verteilung erfolgte an die Familien, deren Kinder in den Cluberé bzw. in die Kita gehen.

Wer die cesta básica nicht abholen konnte, dem wurde sie nach Hause gebracht

Neben der Verteilung der Hilfspakete ist die Aufklärungsarbeit sehr wichtig. Und dabei sind nicht nur die Erläuterungen zu den Hygienemaßnahmen allein entscheidend. Oft müssen die Teams auch mit Gerüchten aufräumen, wie bspw. dass Haustiere Corona übertragen. Hundehalter binden ihre  Vierbeiner irgendwo an einer Laterne an und hoffen darauf, dass sich irgend jemand schon erbarmen wird. Andere glauben, dass Alkohol vorbeugend gegen das Virus wirkt. 

Die Familien sind sehr dankbar für diese Hilfe, weil die Einkommensmöglichkeiten in der Favela vollständig weg gebrochen sind. Vor allem alleinerziehende Mütter haben es besonders schwer. 

Für diese Frau ist nicht Corona die grösste Bedrohung, sondern das Chikungunya-Virus, dass von der Aedes-Mücke übertragen wird und zu monatelangen Anschwellungen und Entzündungen der Gelenke führt.

Ein Kind bestaunt die neue Bemalung der Kita; in solchen Pfahlbauten haben seine Eltern in den Alagados noch gewohnt

Die Pakete sind zwar schwer, aber die Jungs sind sehr stolz, wenn sie helfen und diese Pakete zu ihren Familien nach Hause bringen können

Unsere Kampagne läuft weiter, wir werden helfen solange wir können. Denn Brasilien steht noch ganz am Anfang der Pandemie und könnte zum neuen Hotspot für Corona werden. Bis jetzt gibt es über 10.000 Tote und die Kurve mit den Neuinfektionen steigt rasant an, die Ansteckungsrate beträgt 2,8. Es sind erschreckende Nachrichten, die man in allen Medien verfolgen kann. Hier einige aktuelle Veröffentlichungen:

https://www.tagesschau.de/ausland/brasilien-manaus-coronavirus-101.html

https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-in-brasilien-jair-bolsonaro

https://www.fr.de/politik/corona-brasilien-mehr-100000-corona-faelle-brasilien-13642304.html

 

Deshalb helft bitte weiter mit und unterstützt uns mit Spenden unter dem Stichwort "Cesta Básica" unter einer dieser Bankverbindungen:

 

    Volksbank Südmünsterland: IBAN DE56 4016 4528 0125 8660 01

    Sparkasse Haltern, IBAN DE05 4265 1315 0000 0612 18

 

Vielen Dank!

 

Aufruf am 16.04.2020 "Cesta Básica" für mindestens 250 Familien

Das Corona-Virus macht vordergründig keine Unterschiede, alle Menschen können sich unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihrem sozialen Stand anstecken. Die extremen Unterschiede in der Mortalitätsrate zwischen einzelnen Ländern zeigen aber, dass die Auswirkungen in einem Land mit gut ausgestattem Gesundheitswesen weitaus geringer sind als in Ländern mit einem kaputt gesparten Gesundheitssektor. Das weltweite Ausmaß dieser Unterschiede ist allerdings noch gar nicht sichtbar. Denn Länder wie Brasilien, in denen nach amtlicher Statistik ein Viertel der Bevölkerung als arm gilt, stehen erst am Anfang einer Ausbreitung. In den Elendsvierteln gibt es de facto keine Versorgung für Intensivpatienten. „Die Armen werden an den Krankenhaustüren sterben“, wird Professor Miguel Srougi von der Universität Sao Paulo in der TAZ zitiert wird. 

https://taz.de/Corona-in-Bolsonaros-Brasilien/!5674157/

Unglücklicherweise hat Brasilien gerade jetzt einen Präsidenten, der mit dieser Krise völlig überfordert ist. Er ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse, widerspricht den Empfehlungen der WHO und seine Ansprachen an die Nation sind an Dummheit und Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Bis vor wenigen Tagen hat er sogar in einem seiner Videos die Frage gestellt, warum denn die Bundesstaaten überhaupt ihre Schulen geschlossen hätten, wenn das Virus doch nur ältere Leute befalle. Schon vor seinem Amtsantritt hatte er angekündigt, das 2013 von der Arbeiterpartei PT ins Leben gerufene Programm "mais médicos" zu beenden. Dieses Programm vereinfachte vor allem Medizinern aus Kuba eine Zuwanderung und die Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit. Zeitweise waren über 11.000 kubanische Ärztinnen und Ärzte tätig. Dieses Fachpersonal fehlt jetzt vor allem in den Favelas.

Auch in Brasilien sind alle Läden außer den Supermärkten geschlossen, es herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Für die Bewohner der Favelas ist die Krise existenziell, denn sie haben nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs und seit dem die Geschäfte geschlossen sind, ist überhaupt kein Einkommen mehr da. Unsere Projektpartner von Emaús haben jetzt eine Kampagne gestartet, um den Menschen in ihrem Elendsviertel Novos Alagados zu helfen. Sie haben Körbe mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln (sog cesta básicas) zusammengestellt, die an die bedürftigsten Familien verteilt werden sollen. Wir möchten helfen, diesen "cesta básica" für mindestens 250 Familien zu finanzieren. Für nur 40 Euro kann eine vierköpfige Familie zwei Wochen lang versorgt werden (siehe Tabelle). Und dafür brauchen wir Sie und Euch als Sponsoren. 20 oder 40 Euro dürften die meisten von uns durch den erzwungenen Konsumverzicht im März allein in einer Woche weniger ausgegeben haben. Deshalb helft bitte mit bei dieser Kampagne und verteilt sie auch weiter im Freundes- und Bekanntenkreis. Unsere Bankverbindungen sind hier.

Cesta Básica aus Lebensmitteln und Hygieneartikeln

 

 

Schon 20 Euro reichen aus, um eine 4-köpfige Familie eine Woche lang zu versorgen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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