Brasilien-Cooperative-Haltern e.V.
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AKTUELLES ZUR CORONA-KRISE

25.05.: Unsere Hilfskampagne läuft weiter

Die im April begonnene Verteilung von Lebensmittel- und Hygienepaketen läuft weiter. Die bislang verteilten Cesta-Básica-Pakete waren für 14 Tage ausgelegt. Aber der Lockdown in allen Stadtteilen Salvadors ist weiter in Kraft. Viele Familien haben inzwischen mehr Angst an Hunger zu sterben als sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Deshalb geht die Versorgung weiter und die bedürftigen Familien werden auch nach 14 Tagen nicht im Stich gelassen. 

04.05.: Verteilung der Hilfspakete im vollen Gange

Es ist fast unglaublich, aber wir haben Spenden für weit über 1.000 Familien bekommen, denen wir mit unserer Aktion Cesta Básica helfen können. Schon jetzt ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die hierbei mitgemacht haben oder noch mitmachen. 

Die Aktion ist eine ziemliche logistische Herausforderung. Nach der Beschaffung und Lagerung der Hilfspakete bekamen alle Helfer eine Unterweisung in Sachen Hygiene, Einhaltung von Abstandsregeln und anderes mehr. Dann waren mehrere Teams unterwegs, um bei allen bedürftigen Familien zunächst Berechtigungsscheine zu verteilen. So wurden Tumulte vermieden, die bei einer direkten und unmittelbaren Verteilung der Pakete in den Hütten unweigerlich ausgebrochen wären. Am Folgetag nach der Verteilung der Zettel konnten die Bewohner dann ihre abholen.  

Die Lagerung der Hilfspakete im Emaús-Zentrum

Unterweisung der Hilfsteams

Das wichtigste Kriterium ist die Bedürftigkeit der Familien. Das Emaús-Team und vor allem auch die Erzieherinnen der Schule und des Kindergartens wissen sehr genau, wie es in den einzelnen Familien aussieht. Es wurden zunächst Listen mit den bedürftigsten Familien erstellt. Am Anfang unserer Kampagne war noch nicht klar, dass wir Spenden für soviele Familien bekommen würden.

Eine erste Verteilung erfolgte an die Familien, deren Kinder in den Cluberé bzw. in die Kita gehen.

Wer die cesta básica nicht abholen konnte, dem wurde sie nach Hause gebracht

Neben der Verteilung der Hilfspakete ist die Aufklärungsarbeit sehr wichtig. Und dabei sind nicht nur die Erläuterungen zu den Hygienemaßnahmen allein entscheidend. Oft müssen die Teams auch mit Gerüchten aufräumen, wie bspw. dass Haustiere Corona übertragen. Hundehalter binden ihre  Vierbeiner irgendwo an einer Laterne an und hoffen darauf, dass sich irgend jemand schon erbarmen wird. Andere glauben, dass Alkohol vorbeugend gegen das Virus wirkt. 

Die Familien sind sehr dankbar für diese Hilfe, weil die Einkommensmöglichkeiten in der Favela vollständig weg gebrochen sind. Vor allem alleinerziehende Mütter haben es besonders schwer. 

Für diese Frau ist nicht Corona die grösste Bedrohung, sondern das Chikungunya-Virus, dass von der Aedes-Mücke übertragen wird und zu monatelangen Anschwellungen und Entzündungen der Gelenke führt.

Ein Kind bestaunt die neue Bemalung der Kita; in solchen Pfahlbauten haben seine Eltern in den Alagados noch gewohnt

Die Pakete sind zwar schwer, aber die Jungs sind sehr stolz, wenn sie helfen und diese Pakete zu ihren Familien nach Hause bringen können

Unsere Kampagne läuft weiter, wir werden helfen solange wir können. Denn Brasilien steht noch ganz am Anfang der Pandemie und könnte zum neuen Hotspot für Corona werden. Bis jetzt gibt es über 10.000 Tote und die Kurve mit den Neuinfektionen steigt rasant an, die Ansteckungsrate beträgt 2,8. Es sind erschreckende Nachrichten, die man in allen Medien verfolgen kann. Hier einige aktuelle Veröffentlichungen:

https://www.tagesschau.de/ausland/brasilien-manaus-coronavirus-101.html

https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-in-brasilien-jair-bolsonaro

https://www.fr.de/politik/corona-brasilien-mehr-100000-corona-faelle-brasilien-13642304.html

 

Deshalb helft bitte weiter mit und unterstützt uns mit Spenden unter dem Stichwort "Cesta Básica" unter einer dieser Bankverbindungen:

 

    Volksbank Südmünsterland: IBAN DE56 4016 4528 0125 8660 01

    Sparkasse Haltern, IBAN DE05 4265 1315 0000 0612 18

 

Vielen Dank!

 

Aufruf am 16.04.: "Cesta Básica" für mindestens 250 Familien

Das Corona-Virus macht vordergründig keine Unterschiede, alle Menschen können sich unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihrem sozialen Stand anstecken. Die extremen Unterschiede in der Mortalitätsrate zwischen einzelnen Ländern zeigen aber, dass die Auswirkungen in einem Land mit gut ausgestattem Gesundheitswesen weitaus geringer sind als in Ländern mit einem kaputt gesparten Gesundheitssektor. Das weltweite Ausmaß dieser Unterschiede ist allerdings noch gar nicht sichtbar. Denn Länder wie Brasilien, in denen nach amtlicher Statistik ein Viertel der Bevölkerung als arm gilt, stehen erst am Anfang einer Ausbreitung. In den Elendsvierteln gibt es de facto keine Versorgung für Intensivpatienten. „Die Armen werden an den Krankenhaustüren sterben“, wird Professor Miguel Srougi von der Universität Sao Paulo in der TAZ zitiert wird. 

https://taz.de/Corona-in-Bolsonaros-Brasilien/!5674157/

Unglücklicherweise hat Brasilien gerade jetzt einen Präsidenten, der mit dieser Krise völlig überfordert ist. Er ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse, widerspricht den Empfehlungen der WHO und seine Ansprachen an die Nation sind an Dummheit und Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Bis vor wenigen Tagen hat er sogar in einem seiner Videos die Frage gestellt, warum denn die Bundesstaaten überhaupt ihre Schulen geschlossen hätten, wenn das Virus doch nur ältere Leute befalle. Schon vor seinem Amtsantritt hatte er angekündigt, das 2013 von der Arbeiterpartei PT ins Leben gerufene Programm "mais médicos" zu beenden. Dieses Programm vereinfachte vor allem Medizinern aus Kuba eine Zuwanderung und die Ausübung ihrer ärztlichen Tätigkeit. Zeitweise waren über 11.000 kubanische Ärztinnen und Ärzte tätig. Dieses Fachpersonal fehlt jetzt vor allem in den Favelas.

Auch in Brasilien sind alle Läden außer den Supermärkten geschlossen, es herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Für die Bewohner der Favelas ist die Krise existenziell, denn sie haben nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs und seit dem die Geschäfte geschlossen sind, ist überhaupt kein Einkommen mehr da. Unsere Projektpartner von Emaús haben jetzt eine Kampagne gestartet, um den Menschen in ihrem Elendsviertel Novos Alagados zu helfen. Sie haben Körbe mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln (sog cesta básicas) zusammengestellt, die an die bedürftigsten Familien verteilt werden sollen. Wir möchten helfen, diesen "cesta básica" für mindestens 250 Familien zu finanzieren. Für nur 40 Euro kann eine vierköpfige Familie zwei Wochen lang versorgt werden (siehe Tabelle). Und dafür brauchen wir Sie und Euch als Sponsoren. 20 oder 40 Euro dürften die meisten von uns durch den erzwungenen Konsumverzicht im März allein in einer Woche weniger ausgegeben haben. Deshalb helft bitte mit bei dieser Kampagne und verteilt sie auch weiter im Freundes- und Bekanntenkreis. Unsere Bankverbindungen sind hier.

Cesta Básica aus Lebensmitteln und Hygieneartikeln

 

 

Schon 20 Euro reichen aus, um eine 4-köpfige Familie eine Woche lang zu versorgen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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